| 01. Juli 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |
Eastalent Racing kann sich bei den CrowdStrike 24 Hours of Spa nicht belohnen
Spa-Francorchamps/Belgien – Die CrowdStrike 24 Hours of Spa (26. bis 28. Juni) machten ihrem Ruf als größtes und härtestes GT3-Rennen der Welt einmal mehr alle Ehre. Bei hochsommerlichen Temperaturen von bis zu 44 Grad im Fahrerlager stellte der Saisonhöhepunkt der GT World Challenge Europe powered by AWS Mensch und Material vor enorme Herausforderungen. Mittendrin: Eastalent Racing mit Teamchef Peter Reicher sowie den Piloten Christopher Haase, Simon Reicher und Markus Winkelhock.
„Es war schon immer mein großer Wunsch, einmal bei den 24 Stunden von Spa an den Start zu gehen“, sagt Teamchef Peter Reicher.
Bereits das Qualifying entwickelte sich zu einer herben Enttäuschung. Die kombinierte Wertung der schnellsten Runden aller drei Fahrer wurde Eastalent Racing zum Verhängnis. Bei der technischen Nachkontrolle wurde festgestellt, dass der Datenlogger keine Qualifying-Daten aufgezeichnet hat. Als Konsequenz wurden sämtliche Rundenzeiten gestrichen und das Team musste das Rennen vom 63. Startplatz aufnehmen.
„Das Zeittraining tat besonders weh. Damit begannen unsere Schwierigkeiten“, blickt Peter Reicher zurück. „Doch wir wären nicht wir, wenn wir nicht kämpfen würden. Nach sechs Rennstunden lag unser Eastalent Audi R8 LMS evo II sogar in Führung. Die 24 Stunden von Spa tragen ihren Ruf nicht ohne Grund. Sollte es wirtschaftlich machbar sein, werden wir im kommenden Jahr wieder dabei sein.“
Teammanagerin Tamiris Lustosa beschreibt den organisatorischen Aufwand hinter dem Großereignis: „Es war ein unglaublich intensives Wochenende. Obwohl wir im Vorfeld bereits sehr viel vorbereitet hatten, gab es unzählige Dinge zu organisieren. Das Niveau dieser Veranstaltung ist extrem hoch. Dazu kamen die außergewöhnlichen Temperaturen, die alles noch anspruchsvoller gemacht haben.“
Auch für Simon Reicher war das Wochenende eine emotionale Achterbahnfahrt: „Die 24h von Spa sind nicht umsonst das größte und härteste GT3-Rennen der Welt. Du musst dein Risikomanagement nach oben schrauben, und im Rennen ist jede Runde Qualifying. Zu Beginn des Wochenendes hatten wir noch Schwierigkeiten, doch zum Rennen hatten wir ein perfektes Auto. Nach sechs Stunden lagen wir sogar in Führung. Immer wieder mussten wir Rückschläge wegstecken und uns erneut nach vorne kämpfen. Leider wurde ich im Rennen getroffen, und Markus hatte in der Nacht seinen Unfall. Zum Glück ist ihm nichts passiert, für uns bedeutete das jedoch das Aus. Trotz allem hat mir das Wochenende unglaublich viel Spaß gemacht, und ich freue mich schon jetzt auf die nächsten 24 Stunden von Spa.“
Markus Winkelhock fasst das Wochenende ähnlich zusammen: „Ein Auf und Ab der Gefühle beschreibt es wohl am besten. Nach anfänglichen Problemen hatten wir im Rennen ein fantastisches Auto. Der Ausfall des Datenloggers im Qualifying und der Start vom Ende des Feldes waren der erste Rückschlag. Danach kamen wir eine Runde zu früh zum Boxenstopp; unmittelbar anschließend wurde Full Course Yellow ausgerufen. Dadurch verloren wir rund 15 Positionen, die wir uns zuvor mühsam erarbeitet hatten. Später erhielten wir zweimal eine Zehn-Sekunden-Strafe wegen zu hoher Geschwindigkeit unter Full Course Yellow. Kurz vor meinem Unfall hatten wir das schnellste Auto auf der Strecke. Beim Überholen eines langsameren Fahrzeugs habe ich unterschätzt, wie stark es abbremste. Beim Lupfen des Gaspedals verlor ich das Heck und schlug ein. Es tut mir unendlich leid für das gesamte Team und die Mechaniker, die uns ein großartiges Auto hingestellt haben. Am Ende hat uns einfach das nötige Quäntchen Glück gefehlt.“
Auch Christopher Haase sieht trotz des Ausfalls viele positive Aspekte: „Es war ein typisches, wildes Spa-Wochenende. Solche Rennen habe ich schon erlebt. Man muss allerdings unterscheiden: Einige Schwierigkeiten kamen von außen und sorgten für Unruhe, wodurch weitere Probleme entstanden. Entscheidend ist aber, dass wir für das Rennen ein hervorragendes Auto aufgebaut haben. Ich bin überzeugt, dass für uns mindestens ein Top-Fünf-Ergebnis möglich gewesen wäre.“
Trotz des frühen Rennendes nimmt Eastalent Racing zahlreiche positive Erkenntnisse aus Belgien mit. Die gezeigte Rennpace und die zwischenzeitliche Gesamtführung unterstreichen das Potenzial des Teams auf internationalem Spitzenniveau.
Die nächste Herausforderung wartet bereits vom 17. bis 19. Juli. Dann gastiert die GT World Challenge Europe Sprint im italienischen Misano.